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Kaltdach vs. Warmdach: Eine Frage der Temperaturvorliebe?

Die Wahl des Dachaufbaus hat natürlich nichts damit zu tun, ob Sie es lieber wohlig warm oder erfrischend kühl mögen! Bei Kalt- und Warmdach macht die Be- und Entlüftungsebene den Unterschied. Wo die Vor- und Nachteile der beiden Varianten liegen und in welchen Fällen wir zu welchem System raten, klären wir in diesem Artikel.


Aufbau eines zweischaligen belüfteten Dachs: Holzsparren, Unterdach mit Vollschalung, Konterlattung, Querlattung, Dachhaut


Die Qual der Wahl


Kalt- und Warmdach sind zwei Begriffe, die dem Bauherren immer wieder unterkommen, wenn es ums Dach geht. Nicht jedem ist auf Anhieb klar, wie sich die beiden Lösungen bautechnisch voneinander unterscheiden. Eines sei schon mal verraten: Beide Varianten sorgen in der fachmännisch korrekten Ausführung für Wärme- und Feuchtigkeitsschutz.


Hinterlüftetes Kaltdach


Das Kaltdach ist eine hinterlüftete Dachkonstruktion. Das bedeutet, dass zwischen Geschossdecke und Dachhaut (Betonziegel, Faserzementplatten,Tonziegel, etc.) eine Be- und Entlüftung stattfindet. Die Luft, die an der Traufe eintritt und am First entweichen kann, ist in Zirkulation und sorgt so für eine gleichmäßige Temperatur. Das hat auch den Vorteil, dass die Dachkonstruktion atmen kann – also Feuchtigkeit aus dem warmen Gebäudeinneren schnell abtransportiert wird. Das Kaltdach kommt häufig im Steildachbereich (also Dächer ab 10 Grad Dachneigung) zum Einsatz. Die goldene Regel lautet hier: Je steiler das Dach, desto höher die Lebensdauer!


Vorteile:

  • Selbstreinigung bei Regen und vollständiges Abrinnen der Feuchtigkeit

  • Das Unterdach dient als Sicherheitsebene: Sollte die Dachhaut beschädigt sein, dringt die Feuchtigkeit nicht in den Wohnraum ein

  • Leichte Prüfung der Funktionalität: Wenn im Winter der Schnee nur an den Dachrändern – also den kalten Bereichen – liegen bleibt, während der Rest des Daches schneefrei ist, deutet dies auf eine ungleichmäßige Temperaturverteilung unter der Dachhaut hin

Nicht hinterlüftetes Warmdach


Das Warmdach ist eine nicht hinterlüftete Konstruktion und kommt häufig bei Flachdächern zum Einsatz (Dachneigung von 2 – 3 Grad). Sie ist komplett in sich geschlossen und abgedichtet. Der simple Dachaufbau ist beispielsweise ideal für ein Carport oder sonstige nicht bewohnte – also auch nicht beheizte – Bereiche. Wenn ein Warmdach über beheizten Wohnbereichen eingesetzt wird, muss auf einiges geachtet werden. Die Bauphysik lehrt: Wenn es innen warm und außen kalt ist, besteht die Gefahr von Kondenswasserbildung. Eine Geschossdecke mit funktionierender Dampfbremse, eine ausreichend dimensionierte Wärmedämmung und eine dichte Dachhaut verhindern die Bildung von Kondensat im Dachraum. Im Falle einer inkorrekten Ausführung kann diese Feuchtigkeit nämlich zu Wasserflecken am Beton oder Schimmel- und Pilzbefall am Holz führen. Holzdachstühle können innerhalb kürzester Zeit im wahrsten Sinne des Wortes wegmorschen und das Dach ist nicht mehr einsturzsicher.


Vorteile:

  • Ideale Konstruktion für den Flachdachbereich: Kein Raumverlust durch Dachschrägen

  • Sehr widerstandsfähig: Mit Kies- bzw. Plattendeckung ist es extrem hagelresistent

  • Vielseitig einsetzbar: Für Carport, Terrasse, Balkon und auch die Hauptdachfläche geeignet

  • Gestaltungsspielraum: Ein Flachdach kann begrünt werden, was viele Kundinnen und Kunden optisch und auch ökologisch überzeugt


Auch wenn man das Kaltdach den Steildächern und das Warmdach den Flachdächern zuordnet, ist es wichtig hier festzuhalten, dass jede Konstellation grundsätzlich möglich ist. Ein „kaltes“ Flachdach bzw. ein „warmes“ Steildach können unter Umständen Sinn machen. Bauphysikalisches Knowhow von Experten ist in jedem Fall ein absolutes Muss. Bei neuen Gebäuden kommt meist sogar eine Mischung aus beiden Bauarten zum Einsatz.


Die Firma Mayerbrugger berät hier sehr gerne und findet die optimale Lösung unter Berücksichtigung der optischen Vorstellung der Kundin/des Kunden und der bautechnischen Möglichkeiten.


Herzlichst,

Das Team von Dach-Mayerbrugger