• Firma Mayerbrugger

Flachdach? Optische Täuschung!

Sie sehen ein Flachdach? Auf den ersten Blick mögen Sie damit auch richtig liegen. In Wahrheit handelt es sich aber um eine optische Täuschung. Um es ein bisschen wissenschaftlich zu betrachten: „Optische Täuschungen beruhen auf der Tatsache, dass die Wahrnehmung auf unvollständiger Information beruht.“ Und aus diesem Grund werden wir an dieser Stelle die Informationen vervollständigen und mit der optischen Täuschung aufräumen!

Was wie ein normales Flachdach aussieht, verrät beim zweitenn Blick spannende Details!


Außerhalb des Flachdach-Standards


Wir haben an dieser Stelle schon viel über Flachdächer erzählt und Sie wissen vielleicht schon, dass Flachdächer standardmäßig als Pultdächer ausgeführt werden. Das bedeutet, dass der sehr geringe Neigungswinkel dafür sorgt, dass das Wasser in eine Richtung abfließen kann und keine Staunässe entsteht. Im vorliegenden Projekt wurde das Dach eines Mehrparteienhauses in Klagenfurt von Bauleiter und Planer Harald Ogris zwar im Standardaufbau (Betondecke, Dampfbremse, Dämmung, Dachhaut/Folie) geplant, allerdings als Walmdach ausgeführt. Das Walmdach hat anders als das Pultdach den höchsten Punkt in der Mitte und somit rinnt das Wasser zu allen Seiten hin ab und kann durch die Dachrinne, die rundum verläuft, abgeleitet werden. Diese Dachform entstand durch die spezielle Verlegung der Wärmedämmung.


Alles andere als Standard


Das Hauptdach wurde über der 290 m2 Dampfbremse (ALGV 45) und der Wärmedämmung mit 290 m2 Folie (Sarnafil T-Folie) gedeckt und mit 80 lfm Dachrinne eingerahmt. Das ist aber schon alles, was man in diesem Projekt als „Standard“ bezeichnen würde. Wie bereits erwähnt, wirkt die Wärmedämmung formgebend für das Walmdach. Zudem wurde auf der gesamten Dachfläche eine Photovoltaikanlage verlegt und installiert.


Noch eine Besonderheit ist die Tiefgarage, die sich nicht nur unter der Wohnanlage, sondern auch unter der Gartenanlage der Erdgeschosswohnungen befindet. Die Decke der Garage sollte also als begehbares Gründach ausgeführt werden. Insgesamt wurden 110 m² Tiefgaragenfläche zur Grünoase verwandelt und das Dach erfüllt so gleich zwei Funktionen: Schutz der Tiefgarage und Freifläche für die Bewohner. Auf eine 3-lagige, wurzelfeste Bitumenschicht wurde die Grünfläche fachmännisch verlegt. Die Abfahrt in die Tiefgarage wurde an der Oberfläche mit einer zinkgrauen UV-beständigen Bitumenbahn gestaltet. Diese beschieferte Elastomerbitumen-Schweißbahn sorgt als oberste Lage für eine schöne Optik, Sicherheit und Langlebigkeit.


Die Luftwärmepumpe befindet sich am Dach


Ja, Sie haben richtig gelesen! Es hört sich zwar ungewöhnlich an, aber die Konstruktion und Robustheit der Folie erlauben es, dass die Luftwärmepumpe am Dach aufgestellt werden kann. Der Vorteil ist, dass alle gesetzlichen Vorgaben erfüllt sind und der Lärmschutz für die Anrainer zu 100% gegeben ist.


Die fünf Balkone des Hauses wurden über je 6 m² Fläche sorgfältig mit Vlies und Folie abgedichtet.


In diesem Projekt ist es gelungen, die wirtschaftlichen Vorteile des Flachdachs mit den Vorteilen eines Satteldachs zu kombinieren und sowohl Dachkonstruktion als auch Ausführung zeigen, dass eine vollflächige Photovoltaikanlage (noch nicht auf den Bildern sichtbar) und eine Luftwärmepumpe mühelos vom Flachdach getragen werden können!


Herzlichst,

das Team von Dach-Mayerbrugger



Links:

Folie Sarnafil T-Folie

Bitumenbahnen