• Firma Mayerbrugger

Ein Weihn(D)achtswunder

Wenn am Alten Platz die eigentlich Goldene Gans ausnahmsweise schneeweiß trägt und wenn am Neuen Platz der sonst so grimmig aussehende Lindwurm von feinen Schneeflocken „bepuderzuckert“ einem fast schon liebenswert erscheint, ja wenn eisige Windstöße heulend durch den Lendkanal fegen, sodass die steinerne Brücke mit Eiszapfen "bezahnt" ist, dann rücken die „Kreuzbergler“, die „Minimundler“ und die „City-Arkadler“, das eigentümliche, aber liebliche Volk aus der Grenzregion rundum die zugefrorenen Badeseen in ihren Hütten um das Kaminfeuer näher zusammen und erzählen sich seit jeher eine Weihnachtsgeschichte:

Es soll eine frostige und stürmische Weihnachtsnacht vom 24. auf den 25. Dezember gewesen sein, als der kleine Sebastian von dumpfen Schritten oberhalb seiner Zimmerdecke geweckt worden ist. Gebannt dem Dachknirschen lauschend, zog der kleine Sebastian verängstigt seine Bettdecke bis über die Nase, während seine Augen gefesselt das Geräusch von Fußstapfen im Tiefschnee oberhalb des Daches verfolgten. Frostklirrend ertönten Glockenketten, Tiere schnaubten in der Eiseskälte und plötzlich war es still - mucksmäuschenstill. Da zog der kleine Sebastian seine Bettdecke noch etwas weiter über die Nase bis knapp unter seine Augenpartie, hielt bang den Atem an und starrte mit aufgerissenen Augen der erdrückenden Dunkelheit entgegen. Und dann, von einem Moment auf den anderen ertönte schlagartig ein schellendes Krachen wie von einem Donnerschlag, sodass dem kleinen Sebastian die Ohren sausten. Sich schließlich hinter dem Schutz seiner nun gänzlich über den Kopf gezogenen Bettdecke hervorwagend, schmerzten den kleinen Sebastian zunächst seine Augen, die geblendet vom Licht des Mondes waren, welches sich als Schein durch ein klaffendes Loch im Hausdach auf Sebastians Zimmerboden durchzog. Wie ein Theaterscheinwerfer enttarnte der Mondschein eine sich vor Schmerzen krümmende, pausbäckige, ältere Männergestalt in Rotem Wintermantel und mit einem Schneeweißen Bart. Sich schwerfällig aufraffend stolperte der Mann zu Sebastians Zimmerfenster und entfloh durch dieses in die frostklamme und schneewirbelnde Winternacht. Da fasste der kleine Sebastian all seinen Mut zusammen und wollte dem Mann noch hinterher, doch er sah nur noch einen hinfort schwebenden Schlitten in der Ferne, welcher vor dem mächtigen Auge des Mondes wie ein klimperkleiner Schatten aussah. Dann holte den kleinen Sebastian die Müdigkeit ein und er schlief mit dem Kopf gegen seine Fensterbank gelehnt tief und fest ein.

Nachdem der sagenhafte Schlitten zu einer Notlandung am Parkplatz des Klinikums Klagenfurt angesetzt hatte, standen wenig später in einem Krankenhauszimmer um das Krankenbett des rätselhaften Mannes versammelt nicht nur Ärztinnen und Ärzte, sondern auch das Team der Dachdecker und Spengler von Mayerbrugger. Es war schließlich die Weihnachtsnacht und das gewagte Unterfangen einer nächtlichen Dachreperatur stand an, ehe die Familie des kleinen Sebastians am Morgen aufwachte und sie wahrlich ein Weihnachtsdesaster erwartete. Während die Ärztinnen und Ärzte die geheimnisumwobene Mannesgestalt wieder zusammenflickten, seine Knochen einrenkten und diesen beinahe zur Gänze einbandagierten, lieferte dieser dem Dachdecker Team aufgewühlt einen Lagebericht. Als sämtliche Details mit den Dachdeckern besprochen waren, gab der unergründliche Herr abschließend zu bemerken: „Seht mich doch an, von Kopf bis Fuß bin ich mit Bandagen zugeschnürt! Wer liefert nun die Geschenke aus? Ja, wer ist denn nun der Weihnachtsmann?

Augenblicklich in diesem Moment donnerte eine wohlgenährter und kolossaler Schatten mit imposantem Rauschebart, neben welchem der stattliche Josef Mayerbrugger beinahe klein aussah, durch die Türe. Den Türrahmen in Höhe und Breite, sowie in Bartlänge und Schulterumfang nahezu gänzlich ausfüllend, waren unmittelbar sämtliche Blicke auf diese Mannesgestalt gerichtet und sie alle im Raum teilten ein- und denselben Gedanken: „Das ist unser Weihnachtsmann!

Noch in dieser Nacht soll ein Schwarm an "Dachdecker-Drohnen" der Mayerbrugger sich hoch in die Lüfte erhoben haben. Es soll ein verflochtenes Unterfangen, ja ein riskantes Wagestück, wahrlich ein Vabanquespiel gewesen sein - diese tollkühne und halsbrecherische Nachtaktion - doch mithilfe der „Mayerbrugger-Dachdeckerdrohnen“ soll sich der Schaden unbemerkt und zuverlässig repariert haben lassen - wahrlich ein weihnachtliches Wunder.

Und als der kleine Sebastian zum ersten Morgenschein, als die Sonne auf Zehenspitzen in sein Zimmer kroch noch tief und fest schlief, schlängelte sich den Schornstein ein Mann hinab und verteilte rundum den Christbaum die Geschenke. Um sicherzugehen, dass der kleine Sebastian ihn nicht bemerkt hatte, soll der „Ersatzweihnachtsmann“ an dessen Bett herangetreten sein. Der kleine Sebastian aber soll nicht geschlafen haben und als dieser für einen flüchtigen Augenblick blinzelte, sah er den vermeintlichen Weihnachtsmann. Doch unter dem roten Wintermantel des Mannes soll dessen Arbeitskleidung hervor geblitzt haben und auf der Brust soll zu lesen gewesen sein: Stefan Mayerbrugger.